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Kontaktlinsen-Lexikon

Lesebrille

Eine Lesebrille ist eine Sehhilfe zur Korrektur einer Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Einsatzmöglichkeiten für Lesebrillen

Lesebrillen gleichen nur Alterssichtigkeiten aus

Lesebrillen werden in den unterschiedlichsten Lebenssituationen eingesetzt. Sie gleichen eine Fehlsichtigkeit auf kurze Distanz aus. Daher werden Lesebrillen auch als Nahbrillen bezeichnet. Lesebrillen werden von alterssichtigen Menschen benötigt. Presbyopie ist die Folge eines natürlichen Alterungsprozesses der Augen. Dabei nimmt die Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse ab. Somit ist diese nicht mehr oder nur noch unzureichend in der Lage nahe gelegene Objekte scharfzustellen. Lesebrillen sind daher vor allem eben beim Lesen, bei der Computerarbeit oder bei handwerklichen Tätigkeiten erforderlich.

Können Lesebrillen auch bei einer Weitsichtigkeit (Hyperopie) eingesetzt werden

Zwar gibt es auf den ersten Blick zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Fehlsichtigkeiten Weitsichtigkeit und Altersweitsichtigkeit (Name, Korrektur mit positiven Dioptrien-Werten, unscharfe Sicht auf kurze Distanz). Tatsächlich sind die Ursachen jedoch völlig unterschiedlich. Bei der Alterssichtigkeit ist die Augenlinse verhärtet und daher in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Weitsichtigkeit kommt durch einen verkürzten Augapfel zustande, aufgrund dessen der Brennpunkt nicht auf der Netzhaut, sondern dahinter liegt.


Daher benötigen Weitsichtige eine Fernbrille, damit sie mit ihrer Sehhilfe auch in die Weite gut sehen. Alterssichtigen hingegen reicht eine Nahbrille, da die Augenlinse entfernte Objekte noch sehr gut fokussieren kann. Eine Lesebrille ist genau auf diese Voraussetzungen abgestimmt. Wer als Weitsichtiger eine Lesebrille trägt und sie auch für die Ferne nutzt, wird eventuell zunächst eine Verbesserung feststellen, belastet dabei aber seine Augen extrem, was wiederum tränende Augen und starke Kopfschmerzen zur Folge haben kann.

Arten von Lesebrillen

Individuell angepasste Lesebrille

Für diejenigen, die neben einer Alterssichtigkeit über keine andere Fehlsichtigkeit (Weit- oder Kurzsichtigkeit) verfügen, ist eine speziell angepasste Lesebrille die optimale Variante. Da jedes Auge individuell ist, müssen neben dem Dioptrien-Wert noch unterschiedliche weitere Parameter ermittelt werden (z.B. die Zentrierung), die ein bestmögliches Seherlebnis ermöglichen.

Fertiglesebrillen

Fertiglesebrillen werden nicht individuell angepasst, sondern - wie ihr Name schon sagt - komplett fertig als Massenware produziert. Das hat den Vorteil, dass Fertiglesebrillen deutlich günstiger sind. Jedoch bieten sie nicht die optimale Sehkorrektur einer individuell gefertigten Brille. Daher sind Fertiglesebrillen in erster Linie als Zweit- oder Ersatzbrille zu empfehlen.

Gleitsichtbrille

Eine Besonderheit ist die so genannte Gleitsichtbrille. Diese ist Fern- und Nahbrille in einem und für Menschen vorgesehen, die sowohl alterssichtig als auch kurz- oder weitsichtig sind. Gleitsichtbrillen haben Gläser mit unterschiedlichen Brechwerten. Diese ermöglichen einen beinahe stufenlosen Übergang zwischen verschiedenen Dioptrienwerten für die Nah- und die Fernsicht. Gleitsichtbrillen sind echte Alternativen für Menschen, die nicht ständig zwischen Fern- und Nahbrille wechseln möchten.

Kombination von Lesebrille und Kontaktlinsen

Wer auf eine Fernbrille verzichten möchte, kann bedenkenlos auch Kontaktlinsen mit einer Lesebrille kombinieren. Die Kontaktlinsen sorgen für die Korrektur der Weit oder Kurzsichtigkeit und die Lesebrille gleicht die Presbyopie aus. Bei dieser Variante ist zu beachten, dass die Stärke der Lesebrille auf die Kontaktlinsen abgestimmt sein muss. Werden keine Kontaktlinsen getragen, so sind auch andere Dioptrien-Werte für die Lesebrille notwendig.

Alternativen zur Lesebrille

Inzwischen gibt es auch auf dem Kontaktlinsenmarkt echte Alternativen zur Lesebrille. Multifokale Kontaktlinsen (Gleitsichtkontaktlinsen) erfüllen den gleichen Zweck wie eine Gleitsichtbrille. Die Linse verfügt auch hier über verschiedene Brechwerte, so dass ein fließender Übergang zwischen unterschiedlichen Dioptrien-Werten für die Nah- und Ferndistanz ermöglicht wird. Multifokale Kontaktlinsen können auch von Menschen getragen werden, die keine andere Fehlsichtigkeit aufweisen. In diesem Fall wird für den Fern-Bereich ein Dioptrien-Wert von 0 eingestellt und ausschließlich die Nahdistanz korrigiert.