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Kontaktlinsen-Lexikon

Stereoskopisches Sehen (räumliches Sehen, Stereopsis)

Für stereoskopisches Sehen ist die beidäugige Betrachtung von Objekten und Gegenständen notwendig. Es gilt als die höchste Form des beidäugigen Sehens (Binokularsehen). Stereoskopisches Sehen ermöglicht eine echte, messbare Tiefenwahrnehmung und die räumliche Wirkung des Außenraums.

Stereoskopisches sehen wird auch mit räumlichem Sehen und Stereopsis bezeichnet.

Bei manchen Korrekturverfahren von Fehlsichtigkeiten mit Kontaktlinsen wird das stereoskopische Sehen eingeschränkt. Dies ist beispielsweise bei der Monovisionstechnik der Fall.

Voraussetzungen

Grundsätzlich sind für stereoskopisches Sehen gewisse Voraussetzungen notwendig.

Dazu gehören:

  • zwei Augen mit koordinierter Muskelsteuerung, die die Verschmelzung der beiden Bildeindrücke des rechten und linken Auges zu einem einzigen ermöglichen
  • die Verarbeitung des Gesehenen im Sehzentrum des Gehirns; erst dann ist die räumliche Wahrnehmung möglich

Laut einer Studie der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest an Säuglingen gibt es Hinweise darauf, dass es sich beim stereoskopischen Sehen um eine erlernte Fähigkeit handelt. Ein Vergleich von Frühgeborenen und zum normalen Zeitpunkt Geborenen erbrachte den Nachweis, dass sie innerhalb der gleichen Zeitspanne nach der Geburt beidäugiges Sehen entwickelten.